Standards
Nachfolgende Standards werden aktuell bearbeitet:
Grundstandard
Vision
Das Spital Linth möchte weiterhin Defizite in der Qualität erkennbar machen und einen Veränderungsprozess bei den Führungskräften, sowie bei allen Mitarbeitern auslösen. Wir wollen den von unserem Spital geforderten Versorgungsauftrag erfüllen. Unsere Patienten sollen die bestmögliche ärztliche und pflegerische Betreuung erhalten und unser Spital weiterzuempfehlen!
Qualitätsprofil
- Wir sind freundlich zu unseren Patienten und nehmen sie ernst
- Wir stellen die Weichen zur Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in unsere Leistungen
- Wir setzen Massstäbe für die Qualität unserer Leistung unter optimaler Ausnützung der Ressourcen
- Wir erwarten von unseren Mitarbeitenden, dass sie unser Qualitätsprofil als gemeinsame Aufgabe mitgestalten, umsetzen und verwirklichen
- Wir wissen, dass wir zur Erfüllung unserer Aufgabe aufeinander angewiesen sind und gehen miteinander partnerschaftlich, respektvoll und wertschätzend um
- Die kontinuierliche Qualitätsverbesserung ist der Massstab für unsere Arbeit
Beschwerdemanagement
Wir gehen davon aus, dass Patienten sowie deren Angehörige und Mitarbeitende uns wichtige Informationen zum Prozess von Behandlung und Pflege liefern können und uns dadurch die Möglichkeiten geben, unsere Leistungen laufend zu verbessern. Beschwerden werden nicht als Übel sondern als Chance wahrgenommen und als solche behandelt.
Die Beschwerden und Wünsche werden systematisch erfasst, ausgewertet und zur Qualitätsförderung genutzt.
Die Wiederherstellung der Kundenzufriedenheit und das Minimieren negativer Auswirkungen auf das Unternehmen stehen im Vordergrund. Die in Beschwerden enthaltenen Hinweise auf betriebliche Schwächen werden erkannt und für Verbesserungen genutzt. Das Spital Linth wird als lernende Organisation wahrgenommen, welches die Anliegen seiner Kunden ernst nimmt. Alle eingegangenen Beschwerden werden vertraulich behandelt. Zur Erstellung von Statistiken werden die Beschwerden in einer anonymisierten Form aufgenommen.
Standard 1 Infektionsprävention und Spitalhygiene
Die Spitalhygiene hat die Aufgabe, nosokomiale (im Spital erworbene) Infektionen zu verhüten und die Ausbreitung multireisistenter Keime zu verhindern.
Dazu erarbeitet sie für das ganze Spital verbindliche Richtlinien, führt Messungen durch und bietet Beratungen/Schulungen/Fortbildungen für alle Bereiche an.
Beispiele aktueller Messungen sind:
- Erhebungen über Compliance mit der Händedesinfektion auf allen Stationen
- Teilnahme an der nationalen, von SwissNOSO organisierten Erfassung nosokomialer Infekte nach Hüftprothesenimplantation, Dickdamreingriffen und Kaiserschnitten.
Am Spital ist eine Hygienefachperson mit einem Stellenpensum von 40% angestellt. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Hygieneverbund Ostschweiz, einer Vereinigung von Hygienefachpersonen der Spitäler der Kantone SG und AI/AA.
Standard 5 Schmerzbekämpfung
Mit der Bearbeitung des Standards Schmerzbehandlung wird eine standardisierte Vorgehensweise bei der Behandlung von Patienten mit Schmerzen sichergestellt. Der Schmerz ist ein Symptom und Warnsignal. Er muss so rasch wie möglich und angemessen gelindert werden. Dies gilt sowohl für akute als auch für chronische Schmerzen.
Es besteht ein Schmerzkonzept und daraus abgeleitete Handlungsanweisungen zur Behandlung von Schmerzen. Eine standardisierte Erfassung, Dokumentation und Behandlung von Schmerzen mit dem Ziel einer Therapieverbesserung findet statt. Der Schlüssel zur erfolgreichen Linderung von Schmerzen liegt darin, die verfügbaren Optionen individuell und optional auf den Patienten anzuwenden. Eine qualitative Verbesserung der Schmerztherapie findet statt.
Standard 6 Abklärung und Behandlung von Diabetes mellitus
Die Zahl der Diabetesbetroffenen steigt jedes Jahr markant. Personen mit Diabetes mellitus Typ I und Typ II benötigen zum Verständnis ihrer komplexen Krankheit eine umfassende Schulung. Die Abklärung und Behandlung von Patienten mit Diabetes mellitus erfolgt nach standardisierten Richtlinien. In der Diabetesberatung wird Grundwissen über den Zuckerstoffwechsel, die Diabetestypen und ihren Verlauf, Spätfolgen und deren Vermeidung vermittelt. Betroffene Personen sollen ihre Krankheit und ihre Diabetestherapie gut selbständig managen können. Sie erhalten Begleitung und Unterstützung im Alltag sowie in Spezialsituationen. Die Diabetesberaterin arbeitet interdisziplinär eng mit der Ernährungsberatung und den Ärzten zusammen.
Das Ziel der Diabetesberatung ist die individuelle Lebensqualität bei Menschen mit Diabetes trotz chronischer Erkrankung möglichst zu erhalten und zu verbessern.
Standard 8 Gynäkologie
Für die Frauenklinik besteht ein Konzept zur Qualitätssicherung und Qualitätsförderung. Richtlinien sind vorhanden und werden umgesetzt. Es finden regelmässige Schulungen für das Personal statt um zu gewährleisten, dass die vorgegebenen Qualitätsstandards gehalten werden können. Das Spital Linth nimmt an den Qualitätsmessungen der Arbeitsgemeinschaft der Schweizerischen Frauenklinik (ASF) teil.
In der Frauenklinik finden regelmässig interprofessionelle Fallbesprechungen und Komplikationskonferenzen statt.
Standard 11 CIRS, Umgang mit kritischen Zwischenfällen
Definition: Ein kritischer Zwischenfall ist ein ungewolltes oder vermeidbares Ereignis, welches den Patienten gefährden kann, aber nicht schädigt.
Kritische Zwischenfälle entstehen in jedem Spital während der täglichen Arbeit. Ihre systematische Beherrschung jenseits intuitiven Handelns ist ein Merkmal des qualitätsorientierten Zwischenfallmanagements. Ziel des Standards ist es, alle Mitarbeitende des Spitals zur Meldung solcher Zwischenfälle zu animieren, in einem Feedbackprozess Verbesserungen zu initiieren und diese im gesamten Spital zu kommunizieren. Auf diese Weise soll eine lösungsorientierte Fehlerkultur entstehen, durch die jedem Mitarbeitenden bewusst ist, dass er durch die Meldung eines kritischen Zwischenfalls einen aktiven Beitrag zur Fehlerprävention leistet. Aus Fehlern lernen- Grundlage für Verbesserungen von Arbeitsabläufen und Sicherheit.
Die Erfassung eines ungewollten Zwischenfalls findet über das kantonale Meldeportal statt. Die Meldungen werden aufgearbeitet und Verbesserungen umgesetzt. Über die aktuellen Fälle wird spitalweit regelmässig informiert. Quartalsweise finden CIRS-Fallbesprechungen statt. Das Spital Linth ist beteiligt sich am CIRRNET-Projekt der nationalen Stiftung für Patientensicherheit. So entsteht ein überregionales Lernsystem, durch das eine neue Sicherheitskultur für unsere Patienten resultiert.
Standard 15 Ernährung
Dieser Standard ist ausgerichtet auf die Ernährung der Patienten als Teil der im Spital vermittelten Therapie. Wir wollen unseren Patienten eine an die individuellen Bedürfnisse angepasste Ernährung anbieten, Risikogruppen erkennen und ihnen die bestmögliche Ernährung zukommen lassen.
Die Mahlzeiten haben für die Patienten (und das Personal) eine grosse Bedeutung. Sie sind nicht nur Nahrungsaufnahme sondern ein wichtiger Teil des Wohlbefindens und der Genesung sowie eine wohltuende Abwechslung im Spitalalltag. Die Zufriedenheit bei den Patienten (und bei den im Spital Mitarbeitenden) wirkt sich auch positiv auf den Heilungsprozess aus. Die Richtlinien der „gesunden Ernährung“ bilden die Grundlage für die
Menügestaltung aber auch für die einzelnen Ernährungstherapien, z.B. Massnahmen und Therapien zur Behebung von Mangelernährung, Fehlernährung bzw. Überernährung. Die individuelle Ernährungsberatung hat eine wichtige Funktion im Spitalalltag.
Standard 29 Sturzvermeidung
Das übergeordnete Ziel des Standards Sturzvermeidung ist die Reduktion der vermeidbaren Stürze, respektive der Stürze mit schweren Sturzfolgen während des Spitalaufenthalts.
Ein Sturz zieht fast immer eine somatische Verletzung (Riss-Quetsch-Wunden, Prellungen, Frakturen) oder eine psychische Versehrtheit (Angst, Schmerzen, zunehmende Unsicherheit) nach sich. Diese Verletzungen, ob psychisch oder somatisch, bedingen oft eine Aufenthaltsverlängerung im Spital und somit eine zusätzliche Belastung für den Patienten. Nicht zuletzt stellen Sturzfolgen einen nicht unerheblichen volkswirtschaftlichen Faktor und eine Belastung des Gesundheitswesens dar.
Das Spital Linth verfügt über ein Konzept zur Sturzvermeidung. Dieses regelt, wie mit sturzgefährdeten Patienten umgegangen wird und wie insbesondere Stürze und Sturzverletzungen vermieden werden können. Sturzgefährdete Patienten werden systematisch erfasst und individuelle Sicherheits- und Präventionsmassnahmen zur Sturzvermeidung werden abgeleitet und umgesetzt. Nach Möglichkeit werden die Patienten sowie deren Angehörige über die Wichtigkeit der Massnahmen zur Sturzvermeidung informiert.
Sämtliche Stürze von stationären Patienten im gesamten Spital werden mittels Sturzprotokoll dokumentiert und analysiert. Die Wirksamkeit der Massnahmen wird gemessen, und die Messergebnisse werden periodisch beurteilt und mit Referenzdaten verglichen.


